Skål!

 
OCT 09 @ 20:00

by Benedikt Ernst

Spätestens seit 1516, dem Einführungsjahr des Reinheitsgebotes, pflegen die Deutschen eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Bier. Doch erst seit kurzem kommt wieder ein wenig Leben in die Bude: Zum einen finden immer mehr Biertrinker den Weg zurück zu ihren regionalen Kleinbrauereien, die der Großindustrie mit Vielfalt, Tradition und Herz immer wieder Paroli bieten. Zum anderen kommt auch die amerikanische Craft Beer-Bewegung langsam in Europa an, bei der die Brauer in Bezug auf ihre Rohstoffe jegliche Konventionen hinter sich lassen, um in kleinen Mengen aufregende, vielfältige Gourmetbiere zu brauen. Als Resultat für den hohen Material- und Zeitaufwand entwickeln die Biere oft einen beeindruckenden Charakter, der mit "herkömmlichen" Bieren nicht mehr vergleichbar ist.

Einer der Vorreiter der Craft Beer-Bewegung in Europa ist die Mikkeller-Brauerei im Herzen von Kopenhagen, die mit ihrer Experimentierfreudigkeit seit 2007 für Aufsehen in der Bierszene sorgt. Champagnerhefen, Barrique-Lagerung, zahlreiche Hopfen- und Malzsorten aus der ganzen Welt, Früchte oder Gewürze im Sud - Hier ist nichts undenkbar. Und so konnte ich mir es auch nicht entgehen lassen, bei einem Kurzbesuch in Kopenhagen vier ausgewählte Flaschen mit nach Hamburg zu bringen, um sie feierlich mit Christian zu teilen, einem guten Freund, der selbst braut und demzufolge eine stattliche Bierexpertise mitbringt.

Schon beim ersten Schluck vom Cream Ale bewegen sich unsere Mundwinkel nach oben. Das Ale wird in Zusammenarbeit mit der italienischen Craft-Brauerei Revelation Cat gebraut. Auf dem Cover sieht man Sturmgewehre, die mit Getreide und Hopfen schießen. Die Bildsprache ist passend: Fünf Sorten Malz und drei Sorten Hopfen verleihen dem Cream Ale sein wunderbares Aroma, das vor allem von Zitrusfrüchten geprägt und im Abgang sehr trocken ist. Ebenso schnell verlieben wir uns in "Open Windows Open Hills", ein Bier, welches zum Albumrelease der dänischen Band Tiger Baby gebraut wurde. Neben Hopfen, Malz, Wasser und Hefe enthielt der Sud Mango und Passionsfrucht, welche dem Bier eine unaufdringliche, sehr angenehme Fruchtigkeit und Süße verleihen.

Nun war es Zeit für die dicken Brocken: Das Indian Pale Ale "Yang" und das Imperial Stout "Abel" waren nicht nur die teuersten, sondern mit jeweils 10 Volumenprozent Alkohol auch die stärksten Biere des Abends. "Yang" wird in Kooperation mit der schottischen Brauerei BrewDog gebraut und sollte eigentlich zu gleichen Teilen mit seinem dunklen Gegenpart "Yin" gemischt werden, welches leider nicht mehr im Laden verfügbar war. Doch auch für sich getrunken wurde "Yang" zur Offenbarung: Intensive Aromen exotischer Früchte, ein wenig Karamell und ein scharfer, hopfiger Abgang. Groß! "Abel" kitzelte unsere Geschmacksknospen dann abschließend auf eine ganz andere Art und Weise. Pechschwarz und ohne Schaum, dafür reich an Aromen von Kaffee bis Schokolade, geprägt von der heftigen Rauchnote des Röstmalzes. Wer dieses gewaltige Bier probiert hat, will nie mehr das gewöhnliche Stout aus dem Irish Pub trinken.

Craft Beers sind zwar ein ganzes Stück teurer als Biere aus dem Supermarkt, das Geschmackserlebnis ist jedoch einmalig. Auch in Deutschland gibt es inzwischen tolle Exemplare, wie zum Beispiel Fritz Ale aus Köln oder Zeugenbräu aus Hamburg. Die Biere sind vergleichsweise schwierig zu bekommen, aber zum einen lohnt der Aufwand und zum anderen steigt die Zahl der ambitionierten Kleinbrauereien langsam aber sicher an. Ich freue mich schon jetzt auf alles, was noch kommen mag.

2 replies

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OCT 25 @ 11:31

by @nGoose1

Hallo Mein Deutsch ist nicht so gut. So hoffe ich, dass Englisch OKAY ist.
Godd Bless Babel Fish!
My German experience is from Bavaria mostly Munich. Munich is such a cool place.
Home of the best bread in the world.The Beer is also as good as UK real ale, I guess that makes it the best. Vegtables are amazing. Breze is really cool. as is some of your cheese (WildBlumen for sure). The wildboar is superb.
I have so litle time. I will post more soon.
Tag Cheers

 
OCT 25 @ 15:34

by @nGoose1

Ahhh a litle more  time!
Back to the beer, alas I no longer drink beer. When I did , the German beer was amazing. A lot of  beer in Bavaria was from Bavaria or Germany, this is good to see. Not much Fosters or Carling (rubish beer). I beleive the UK was once like this, serving most if not all traditional beers. Trent beers were many.

Prost!

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